Trinität, Beziehung und Subjektivität: Die Trinitätslehre im Religionsunterricht

Michael Meyer-Blanck

DOI: http://dx.doi.org/10.12775/PCh.2010.031

Abstract


Beim Thema der Trinität im Religionsunterricht geht es in der Schule nicht um einen Wahrheitsbeweis, sondern um das Erschließen einer theologischen Struktur in Analogie zum sich-selbst-Denken. Man kann beides nachvollziehen ohne deswegen die Rede vom dreieinigen Gott glaubend annehmen zu müssen. Aber man kann daran zeigen, dass es ein dreistelliges Denken gibt jenseits des Additiven und des Prinzipiellen (wie dies den Missverständnissen des Tritheismus oder Modalismus entsprechen würde). So wird die Trinitätslehre auch anschlussfähig für die pädagogische Anthropologie, die den Menschen mit Hilfe des Bildungsbegriffes jeweils in seinem Selbstbezug bei gleichzeitigem Schutz vor jeder Form von Verfügungsrationalität zu denken bestrebt ist. Dies alles sind gute Gründe, Augustins De trinitate nicht den Patristikern und Philosophen zu überlassen, sondern ihn im Sinne der bildenden Erschließung des Glaubens über die Struktur des Selbstbezuges zu verwenden (und zu genießen: uti et frui in Augustins Terminologie). Eine denkerische Annäherung auf Probe ist für junge und glaubensfernere Menschen ein weniger bedrängender Zugang als das Thematisieren der Weltprobleme und der eigenen Existentialität. Darum behalten die Denkmodelle im Stile Augustins bei allen Grenzen viel von ihrer erschließenden Kraft.


Full Text:

PDF (Polish)

Article Metrics

Metrics Loading ...

Metrics powered by PLOS ALM




Partnerzy platformy czasopism