Die biblischen Grundlagen des Dialoges

Stanisław Jankowski

DOI: http://dx.doi.org/10.12775/PCh.2010.021

Abstract


Der Dialog gehört zu den wesentlichen, konstitutiven Erscheinungen der einsichtigen und gemeinschaftlichen menschlichen Natur. Der Dialog ist der Weg zum anderen Menschen und zur Gemeinschaft als auch der Gemeinschaft zum Menschen. Während er gleichzeitig im Dienste des Guten und der Wahrheit verbleibt, ist er ihr Träger und eine Methode um zu ihnen zu gelangen. Wie auch die Etymologie darauf hinweist, ist die grundlegende Gestalt des Dialoges das Wort, welches einen Raum des Treffens im Guten und in der Wahrheit schafft. Die Heilige Schrift, die sich selbst als das Wort Gottes beschreibt, ist eine privilegierte Gestalt des Dialoges sowohl in literarischer (Form), moralischer (die Suche nach der Wahrheit), geistlicher (Schaffen einer Gemeinschaft) als auch übernatürlicher Hinsicht (Menschwerdung). Im ersten Teil dieses Artikels weist die Analyse der biblischen Texte, unter dem Gesichtspunkt ihrer Beziehung auf den Dialog, sowohl eine breite Anwendung dieser Methode des zwischenmenschlichen Treffens, der Erforschung der Wahrheit wie auch der Klassifizierung einer geeigneten Haltung oder einer Einstellung den Dialog nicht zu führen, nach. Darüber hinaus stellt sich heraus, dass in der Bibel das Element des Dialoges nicht nur das Wort ist: Die können ebenso das Schweigen oder auch andere nicht verbale Teile der Sprache sein. Der Gegenstand des Dialoges ist breit gefächert, dessen Problematik das menschliche Ich und den menschlichen Geist absorbieren. Als das Gegenteil, zugleich des Dialoges wie auch seiner Resultate, stellen sich Torheit, Heuchelei und Lüge heraus. Eine wichtige Einlage in die Wirklichkeit des Dialoges ist die Berücksichtigung seines existenziellen Kontextes, seiner Freundschaft, Gemeinschaft, Einsamkeit. Den Hauptteil des Artikels bildet die Präsentation, aus Notwendigkeit gekürzt, einer Auswahl an Dialogen, die nach ihrer Relation zur Wahrheit in Abschnitte zusammengefasst wurden. Folglich sind dies: die Suche nach der Wahrheit, das Treffen in der Wahrheit, im Raum der Schuld und schließlich der scheinbare Dialog. Der dritte Teil des Textes zeigt Texte auf, die einen Appell an die Kultur des Dialoges darstellen: Hinweise, wie die dialogische Haltung aussehen sollte, dass zu ihren inhaltlichen Grundlagen Demut angesichts von Wahrheit und Güte in Anbetracht des Sprechers gehören. Ebenso wurden Texte mit einbezogen, die uns die Verantwortung für den Dialog bewusst machen sowie uns dazu auffordern in Wahrheit zu leben. Die Schlussfolgerung, zu der der Autor kommt, kann wie folgt formuliert werden: Das Wort Gottes einerseits, welches die vollständige Wahrheit als auch die höchste moralische Norm für den Menschen ist und andererseits die Natur des menschlichen Wesens, stellen beide die Grundlage zur Einberufung des Dialoges als der Methode zum Suchen nach Wahrheit und sie im Namen der Liebe zu ihrer Quelle und ihren Empfängern zu teilen, dar. Die Bibel macht Vorraussetzungen sichtbar, in deren Licht der Dialog die einzige Methode zur Suche und zum Teilen von Wahrheit ist und sie liefert reichhaltiges Material, welches die Bedingungen, die die Aufforderungen erfüllen, illustriert sowie Beispiele, wann von einem Dialog nicht die Rede sein kann. Die Lektüre der Bibel ist demnach auch unter diesem Gesichtspunkt überaus lehrreich.


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